1804 kaufte Mathias von Schilcher (s. Portrait von Moritz Kellerhoven), der Ur-Ur-Ur-Großvater des derzeitigen Eigentümers, den Sonnenhof zusammen mit den Gebäuden, landwirtschaftlichen Flächen und einigen Forstflächen aus der Säkularisationsmasse.  Kurz davor hatten König Max I. Joseph und sein damaliger Superminister Graf Montgelas, der zufällig ebenfalls ein Ur-Ur-Ur-Großvater des derzeitigen Sonnenhof- Besitzers ist,  fast sämtliche Klöster Bayerns säkularisiert.

Mathias war ein führender Forstmann in der damaligen Staatsverwaltung und war mitverantwortlich für die Vermarktung der Klosterwaldungen nach der Säkularisation in ganz Bayern. Allerdings wollte er persönlich die Waldflächen in Staatsbesitz halten.

1824 brannte die Hofstelle fast vollständig nieder – siehe Inschrift über der Haustür an der Ostseite des Hauses. Mathias’ Sohn Joseph war damals in Isen Forstmeister und konnte den Schein des Feuers sehen (ca. 60 km Luftlinie). 

Schon 1825 war die Hofstelle wieder aufgebaut, allerdings in etwas anderer Form (s. Karte  von Mathias v. Schilcher und Gemälde von Max Joseph Wagenbauer (1775 – 1829). Die Hofstelle war damals, wie fast alle Höfe in Oberbayern, West-Ost ausgerichtet). Bis 1986 diente das Gebäude der Landwirtschaft und beherbergte bis zu 100 Stück Milchvieh. 1986 wurde das Hofgebäude renoviert und die landwirtschaftliche Nutzung reduziert. Damals wurde auch im ehemaligen Kälberabteil des Kuhstalls der Schießstand gebaut, der weiterhin von der Dietramszeller Schützengesellschaft für Luftgewehrschießen genutzt wird und nebenher für geschlossene Veranstaltungen zur Verfügung steht. Zu diesem Zweck mussten kürzlich (2005) größere Umbauten vorgenommen werden.

Die Geschichte der Übernahme des ehemals klösterlichen Landgutes Dietramszell durch Mathias von Schilcher wurde ursprünglich mit Witz und Zynismus beschrieben von seinem Sohn Joseph von Schilcher und in jüngster Zeit sehr unterhaltsam und prägnant von:

 

Andreas Höger

„Dietramszell nach der Säkularisation: Im Spannungsfeld von Schlossherr, Kloster und Gemeinde (bis 1850).“

EOS - Verlag

St.Ottilien 1998